Mama – Magdalena
Eine Mutter, die gelernt hat, für alles zu kämpfen.
Ich heiße Magdalena und bin die Mutter von Melanie und Alex. Ich komme aus Polen, aber Deutschland ist seit vielen Jahren unser Zuhause. Ich kam als alleinerziehende Mutter meiner damals elfjährigen Tochter Wiktoria nach Deutschland, weil ich ihr eine bessere Zukunft ermöglichen wollte. Wiktoria ist heute selbst erwachsen, verheiratet und Mutter von vier Kindern. Ich begann hier praktisch bei null – ohne Familie vor Ort und ohne ein Netz, auf das ich mich stützen konnte.
Zuerst arbeitete ich am Flughafen, später als Kurierfahrerin. Danach folgte eine längere berufliche Pause: Melanie wurde geboren und während der Elternzeit kam Alex zur Welt. Meine Ausbildung begann ich, als Alex mit drei Jahren in den Kindergarten kam und Melanie die Grundschule begann. Später schloss ich die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten erfolgreich ab. Dieser Weg hat mich Selbstständigkeit, Ausdauer und die Fähigkeit gelehrt, unser Leben auch unter schwierigen Bedingungen immer wieder neu zu organisieren.
Seitdem bewegt sich unser Leben zwischen normalem Familienalltag und Krankenhäusern, Operationen, Fachärzten und Therapien. Es gab Monate auf der Intensivstation, große Angst und immer wieder Situationen, in denen wir nach einer Operation von vorn beginnen mussten.
Heute arbeite ich in kleinem Stundenumfang, erziehe zwei Kinder und organisiere fast die gesamte medizinische Betreuung und Rehabilitation von Alex. Arzttermine, Krankenhausaufenthalte, Physio- und Ergotherapie, Osteopathie, Logopädie, Reittherapie, Hörrehabilitation, Reha-Aufenthalte, Schule und Bürokratie gehören zu unserem Alltag.
Viele Jahre habe ich versucht, alles selbst zu finanzieren, was Alex helfen konnte. Erst später habe ich verstanden, dass Hilfe anzunehmen nicht bedeutet, die Selbstständigkeit aufzugeben. Es bedeutet, anderen Menschen zu erlauben, ein Stück unseres Weges mitzugehen.
Mein größter Wunsch ist, dass Alex später so selbstständig wie möglich leben kann. Gleichzeitig denke ich an Melanies Zukunft. Ich möchte nicht, dass das gesamte Leben ihres Bruders eines Tages automatisch zu ihrer Verantwortung wird. Deshalb kämpfe ich heute für die Zukunft meiner beiden Kinder.







