Mama – Magdalena
Eine Mutter, die gelernt hat, für alles zu kämpfen.
Ich heiße Magdalena und bin die Mutter von Melanie und Alex. Ich komme aus Polen, aber Deutschland ist seit vielen Jahren unser Zuhause. Als alleinerziehende Mutter kam ich hierher, um meiner Tochter eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Ich begann praktisch bei null – ohne Familie vor Ort und ohne ein Netz, auf das ich mich stützen konnte.
Ich arbeitete dort, wo es möglich war, zeitweise unter anderem als Kurierfahrerin. Später absolvierte ich eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten. Das Leben hat mich früh gelehrt, selbstständig zu sein und mich auf mich selbst zu verlassen.
Dann wurde Alex geboren. Schon während der Schwangerschaft kamen bei jeder weiteren Untersuchung neue schwierige Diagnosen hinzu. Am Ende der Schwangerschaft wussten die Ärzte nicht, ob er die Geburt überleben würde. Alex zeigte jedoch von Anfang an einen unglaublichen Lebenswillen.
Seitdem bewegt sich unser Leben zwischen normalem Familienalltag und Krankenhäusern, Operationen, Fachärzten und Therapien. Es gab Monate auf der Intensivstation, große Angst und immer wieder Situationen, in denen wir nach einer Operation von vorn beginnen mussten.
Heute arbeite ich in kleinem Stundenumfang, erziehe zwei Kinder und organisiere fast die gesamte medizinische Betreuung und Rehabilitation von Alex. Arzttermine, Krankenhausaufenthalte, Physio- und Ergotherapie, Osteopathie, Logopädie, Reittherapie, Hörrehabilitation, Reha-Aufenthalte, Schule und Bürokratie gehören zu unserem Alltag.
Viele Jahre habe ich versucht, alles selbst zu finanzieren, was Alex helfen konnte. Erst später habe ich verstanden, dass Hilfe anzunehmen nicht bedeutet, die Selbstständigkeit aufzugeben. Es bedeutet, anderen Menschen zu erlauben, ein Stück unseres Weges mitzugehen.
Mein größter Wunsch ist, dass Alex später so selbstständig wie möglich leben kann. Gleichzeitig denke ich an Melanies Zukunft. Ich möchte nicht, dass das gesamte Leben ihres Bruders eines Tages automatisch zu ihrer Verantwortung wird. Deshalb kämpfe ich heute für die Zukunft meiner beiden Kinder.







